| Antwort vom Preisüberwacher |
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| Geschrieben von Epitome | |
| Donnerstag, 26 August 2010 | |
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Sehr geehrter Herr Badertscher
Wir beziehen uns auf Ihre Email vom 23. August 2010. Sie
beanstanden darin, dass Zeitschriften, die aus dem EU-Raum importiert
werden, aufgrund des aktuellen Euro-Wechselkurses in der Schweiz zu
überhöhten Preisen verkauft werden. Wir können uns dazu wie
folgt äussern:
Die Preisüberwachung erhält
immer wieder Meldungen von verärgerten Konsumentinnen und Konsumenten
zur Preisfestsetzung für ausländische Zeitungen und Zeitschriften. Aus
früheren Abklärungen wissen wir, dass die Problematik
jedoch nicht spezifisch für die Schweiz ist: Deutsche Zeitungen und
Zeitschriften beispielsweise kosten auch in anderen Ländern wie bspw.
Österreich, Spanien oder Italien, also alles Länder des Euroraumes,
häufig mehr als in ihrem Ursprungsland. Auch Schweizer
Zeitungen und Zeitschriften werden z.B. in Deutschland, Österreich oder
Frankreich zu höheren Preisen verkauft als in der Schweiz. Offenbar
verfolgen die Verlage generell eine Politik, wonach Zeitschriften auf
dem Heimmarkt günstiger angeboten werden als auf
ausländischen Märkten.
Die internationalen
Preisunterschiede werden u. a. mit Kostenunterschieden begründet. Dazu
gehören bspw. unterschiedliche Vertriebskosten aufgrund kleinerer
Mengen, differierende Transport-, Lohn- oder Mietkosten sowie die
Kosten der Zollabfertigung. Auch die unverkauften Exemplare würden einen
nicht zu vernachlässigenden Kostenfaktor darstellen. Diese
kostentreibenden Faktoren würden nur teilweise durch den tieferen
Mehrwertsteuersatz der Schweiz gegenüber dem Ausland kompensiert
werden. Hinzu kommt, dass beispielsweise eine deutsche Zeitung oder
Zeitschrift vorwiegend ein deutsches Publikum anspricht und
dementsprechend in erster Linie auf Deutschland ausgerichtete Inserate
und Werbung anzieht. Inserateneinnahmen bilden bei vielen
Zeitungen und Zeitschriften einen wesentlichen Anteil der Einnahmen
eines Verlages.
Der fragliche Markt weist zudem
einige Besonderheiten auf. So handelt es sich beim Vertrieb von
Zeitungen und Zeitschriften um ein sogenanntes Kommissionsgeschäft,
d.h. die Titel bleiben im Eigentum der Verlage. Kioske
und andere Verkaufsstellen stellen den Verlagen gegen Entgelt ihre
Vertriebsdienstleistungen zur Verfügung, haben aber normalerweise ein
volles Rückgaberecht für unverkaufte Exemplare. Diese Vertriebsart von
Presserzeugnissen ist international üblich. Im Weiteren
werden die Endverkaufspreise durch die Verlage dem Handel bindend
vorgegeben, die lokalen Verkäufer wie z.B. die k-Kiosk (Valora) können
die Preise also nicht selbstständig festlegen. Daher ist jede Zeitung
und jede Zeitschrift an allen Schweizer Verkaufsstellen
grundsätzlich zum gleichen Preis erhältlich.
Auf Ersuchen der Preisüberwachung hat das Sekretariat der
Wettbewerbskommission (Weko) das Vertriebssystem der Zeitungen und
Zeitschriften und die „Preisbindung“ durch die Verlage vor einiger Zeit
untersucht. Das Sekretariat der Weko kam dabei zum Schluss,
dass sowohl das Vertriebssystem als auch die verbindlichen Preisvorgaben
durch die Verlage wettbewerbsrechtlich nicht zu beanstanden seien. Vor
diesem Hintergrund besteht auf diesem Markt leider auch für den
Preisüberwacher in der Regel keine Interventionsmöglichkeit.
Aufgrund der aktuellen Wechselkursentwicklung werden wir dessen
ungeachtet die Problematik der Preisdifferenzen anlässlich unseres
nächsten Kontaktes mit der Valora aber ansprechen.
Mit bestem Dank für Ihre Meldung und besten Grüssen
Rudolf Lanz
____________________________
Rudolf Lanz
Fürsprecher
Leiter Recht und Information
Eidg. Volkswirtschaftsdepartement
Preisüberwachung
Effingerstrasse 27, 3003 Bern
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| Letztes Update ( Donnerstag, 26 August 2010 ) |
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