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| Geschrieben von alba | |
| Mittwoch, 26 August 2009 | |
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vom landboten abgeschrieben: Ein fester Wert der «Festmusikwochen» An der Blues-Night von Paul Camilleri geht es um mehr als Musik. Hier ist alles vertreten, vom Teenager bis zur Rentnerin. Kein Wunder, denn der Camilleri ist als Entertainer tipptopp. WINTERTHUR - Noch so ein fantastischer Sommerabend. Für die Stimmung auf der Steinberggasse liefert das Wetter am Montagabend erneut mehr als die halbe Miete. Wo das Gelände in die Obergasse mündet, hat es sich in einen grossen Zweiradparkplatz verwandelt. Sauber nebeneinander gereiht stehen die Velos da, in Parallelformation. Eine Ansicht wie für den Prospekt von Winterthur Tourismus. Weit vorne auf der Bühne ist etwas los, dort wird ein Schlagzeugsolo produziert. Dass die Wirkung intensiv sein muss, weiss man aus Erfahrung, ganz hinten in der Gasse wird es mit Gleichmut hingenommen. Denn hier konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf Dinge wie Bratwürste und Bier. Die Aufgabenstellung lautet: Bringe drei Becher Bier mit zwei Händen unbeschadet zwischen Rücken und Bäuchen hindurch. Mit dem Ausruf «Achtung, nass!» bahnt sich ein junger Schlaumeier effizient eine Gasse. Wenn er laut hätte niessen müssen, wäre es nicht schneller gegangen. Man ist sportlich und kontaktfreudig aufgelegt, als befände man sich an einem Fest des Turnvereins Ober- ägeri. Vielleicht wären dort die Generationen nicht so gut durchmischt wie an diesem «Albanifest» der Kulturinteressierten. «Meh Energie!» Sie ist seit Jahren ein fester Wert, die Blues-Night des Winterthurer Musikers Paul Camilleri. Und alles strömt hin, Teenager, Erwerbstätige und Pensionierte, Einwohner, Anwohner und Stadträte, einzeln und in Gruppen. Gerade schlängelt sich eine Vierer-Combo aus 50-jährigen Frauen durch die Reihen. Doch die Anwesenden bilden beileibe keine Einheit, vielmehr sind zwei Sektoren erkennbar. Ausserhalb des Zeltdachs ist der Smalltalk so belebt, dass vom Sound zuweilen nur noch wenig übrig bleibt. Wer aber unter dem Zeltdach steht, schaut gebannt nach vorne. Denn als Entertainer ist der Camilleri tipptopp. Gerade übt er mit allen den Refrain «Hey, hey, Baby» ein. Zuerst singt nur eine Handvoll mit. Aber so schnell gibt der nicht auf. «Das chönnd ir no vill besser», ruft Camilleri: «Meh Energie!» Und die bekommt er auch, schon kitzelt das gestammelte «B-b-b-b-baby» die Heiterkeit aus der Reserve. Nach dem Motto von Jimmy Reeds «I Gotta Keep On Rollin» sorgt der Bass unermüdlich dafür, dass die Festhütte auf Kurs bleibt. Die vier Bläser der Upperclass Windmachine geben Gas, hin und wieder lässt sich der Chef zu einem seiner soliden Soli hinreissen. Eine Vierer-Combo aus 15-jährigen Mädchen und Burschen, allesamt in voller Ausgangsmontur, drückt sich vorbei. Eines der beiden Saxofone absolviert ein Solo. Blues als Volksmusik Solid sind auch die Stücke, darunter swingende Uraltklassiker wie «What’d I Say» und «Unchain My Heart» von Ray Charles, die jeder mitsingen kann. Der Blues, an diesem Abend entfernt er sich sehr, sehr weit von seinen Ursprüngen in Sklaverei und Verzweiflung, ja, er entpuppt sich als Festmusik der Rockfans sämtlicher Altersklassen. «D’ Stimmig isch aber guet», lässt sich eine junge Männerstimme vernehmen. Der Bluesrock, man darf es vielleicht auch Kampf-Blues nennen, fährt ein. Da können Camilleri und seine Gäste eigentlich nichts falsch machen. Während der Winterthurer Giovanni Giorgi als Sänger und Animateur sehr präsent ist, wirkt die Stimme des im Programmheft als «charismatisch» angepriesenen Ad-rian etwas dünn, seine Performance ein bisschen hastig. Aber das interessiert hier ausser dem Journalisten niemanden - und der ist schliesslich am Arbeiten, alle andern sind am Feiern. Die «Festmusikwochen» dauern ab heute noch genau fünf Tage.lHELMUT DWORSCHAK |
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