| MUSIKFESTWOCHEN STARTSCHUSS |
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| Geschrieben von alba | |
| Donnerstag, 20 August 2009 | |
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vom landboten abgeschrieben: Sommerparty mit poppigem Soul Bei hochsommerlichem Wetter haben die diesjährigen Musikfestwochen gestern einen optimalen Start erwischt. Bereits am frühen Abend war die Steinberggasse sehr gut besucht. Später brachte der Soulsänger Seven die Leute in Partystimmung. Schnell und funkig begannen Seven und seine Band um halb neun ihr Konzert auf der grossen Bühne. Zu diesem Zeitpunkt stand das Publikum in der Steinberggasse bereits sehr dicht. Alle Altersklassen waren vertreten und genossen den Eröffnungsabend, der sein Ziel gut erfüllte, die Anwesenden zu unterhalten. Der Aargauer Soulsänger Seven hatte seine Musiker gut aufgestellt, er selber wirkte frisch und freute sich sichtlich über die Resonanz der Performance, die auch dank zwei dekorativen schwarzen Backsängerinnen - welche am Gesang mindestens so grossen Anteil hatten wie Seven - ansprechend ausfiel. Ausser einigen seichten Nummern und einer nicht tragfähigen Soloballade gab es eigentlich kaum Durchhänger. Den besten Eindruck im genau anderthalbstündigen Auftritt hinterliessen die druckvollen, funkigen Stücke, denen etwa in «Yes» vom Album «Home» auch Reggae-Rhythmen beigemischt waren. Oft wirkte sich auch - nimmt man das aktuelle Album «Like A Rocket» zum Vergleich - die Abwesenheit von Geigen vorteilhaft aus. Seven setzte auf poppige Versio-nen seiner (meist nicht von ihm selbst komponierten) Stücke und ging gar so weit, mittels Stroboskop einen regelrechten Discoeffekt hervorzurufen. Frenetisch zugejubelt wurde ihm vor allem aus den vordersten Reihen junger (meist weiblicher) Fans, während weiter hinten in der Gasse eher sympathisch mitgewippt wurde. Alles in allem ein Auftakt nach Mass, der Lust macht auf mehr. Bereits um 19 Uhr hatte auf der Steinberggasse und auf dem Kirchplatz eine ausgezeichnete Stimmung geherrscht. Zwar hörte sich das, was die das Konzertprogramm eröffnende Schweizer Band The Fonxionaires zunächst spielte, eher wie herkömmlicher Rock ’n’ Roll als wie Soul an. Angesichts der immer noch brütenden Hitze konnten einem die mit Anzug, Hut und Sonnenbrille auftretenden Herren fast ein wenig leid tun. Als dann die Sängerin Brandy Butler hinzustiess und der gepflegten Partymusik den nötigen Swing verlieh, entwickelte die Musik einiges mehr an Drive. Insbesondere das Stück «Benny» vom kommenden Album der Band vermochte zu gefallen, und Butlers Aufforderung an Benny, er möge sich zu ihr gesellen, dürfte schwer zu widerstehen sein, zumal wenn die füllige schwarze Sängerin ihrer Bitte mit charmanten Hüftschwüngen Nachdruck verleiht. Vielfalt statt Leere In der Regel beherrscht auf der Steinberggasse und rund um die Stadtkirche die Leere das Feld. Zwar laden im Sommer da und dort einige Tische und Stühle zum Verweilen ein, und die drei Judd-Brunnen beweisen, dass sie auch als Planschbecken taugen, aber ausser am Albanifest und an Markttagen ist der Raum mit dem Velo schnell durchquert. An zwölf Tagen im Jahr ist alles anders. Mit einem Mal sind Menschen im Zentrum der Stadt. Das hat einen paradoxen Effekt zur Folge: Der Raum erscheint enger und zugleich grösser. Er streckt und dehnt sich, könnte man meinen, denn nun steckt er voller Möglichkeiten. Wo man auch hinsieht, überall sind Gesichter, Figuren, Begegnungen. Und alles ist in Bewegung. Natürlich ist das am schönsten, wenn das Wetter stimmt. Wie eben in diesen Tagen. Gewiss, Leere kann auch guttun. Aber sie ist nichts im Vergleich zur grossen Vielfalt der Nasen, die hier seit gestern Abend spazieren geführt werden.lHELMUT DWORSCHAK |
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