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Acht Stunden drehen, aber es hat sich gelohnt :-) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Züri   
Montag, 27 März 2006
HANFMESSE: JOINTROLL-WETTBEWERB

Acht Stunden drehen für einen Joint

Fünf junge Leute bauen während acht Stunden gemeinsam an einem einzigen Joint. Das gibts nur an der Hanffachmesse CannaTrade in Bern. Mit dem Jointroll-Wettbewerb wollen die Organisatoren bewusst provozieren.

Die Geschwindigkeit spielt keine Rolle. Beim Jointroll-Wettbewerb muss es easy gehen. Nicht wer am schnellsten einen Joint dreht, gewinnt. Das kreativste Kunstwerk wird prämiert – der Sieger erhält eine Wasserpfeife.

«Mit dem Jointroll-Wettbewerb wollen wir auch provozieren», sagt Mauro Berini, der Organisator der CannaTrade, der einzigen Internationalen Hanffachmesse der Welt. Es sei ein kleiner Protest gegen die restriktive Hanfpolitik, gegen die Schliessung von Hanfläden, die Gras an ihre Kunden verkaufen. Jetzt müssten die Kiffer ihren Stoff wieder auf dem Schwarzmarkt kaufen. «Wir finden es falsch, wenn erwachsene Menschen kriminalisiert werden, nur weil sie einen Joint rauchen wollen», sagt Berini.

Kiffen wie am Open Air

Die CannaTrade findet in der BEA-Halle 220 statt. Der erwartet süsse Duft begrüsst die Besucher. Es wird gekifft wie an einem Open-air-Festival. Die Lüftung kämpft gegen den Rauch, der die Halle in Nebel legt. Zahlreich stehen die Aussteller hinter den Ständen. Sie buhlen um die Aufmerksamkeit der Menschen, die – langsamer als an anderen Messen – durch die Halle flanieren.

Die Aussteller verkaufen T-Shirts aus Hanf, Hosen aus Hanf und Zigarettenpapier aus Hanf. Sie verkaufen Samen, die einmal zur Cannabispflanze heranwachsen werden und den besten Dünger gleich dazu. Sie verkaufen leistungsfähige Lampen, damit das auf dem privaten Estrich angepflanzte Indoor-Gras genügend Licht erhält und viele prächtige Blüten spriessen. Wer genug Hanf gesehen hat, setzt sich an die Hanfbar und trinkt ein Hanfbier. Oder er beobachtet den Jointroll-Wettbewerb.

«Wir kiffen selber nicht»

Fünf Leute in den Zwanzigern sitzen an einem Tisch und bauen gemeinsam einen Joint. Es ist der Joint, der später gewinnen wird. Die Gruppe kommt aus Winterthur, nennt sich «Winti Rollers» und besteht aus zwei Frauen (Rebell und Bigi) und drei Männern (Züri, Markus und Selas). Alle fünf beteuern wiederholt: «Wir kiffen selber nicht.»

Im letzten Jahr bastelten sie aus mehreren Joints ein Hanfblatt und haben gewonnen. «Wir wollten uns in diesem Jahr selber übertreffen», sagt Selas. Deshalb kleben die Freunde nun viele kleine Joints zu einer zirka 40 Zentimeter grossen Hanfpflanze zusammen. Ihre Werkzeuge: Eine Unmenge Rips-Papier, ein Japanmesser, Leim und ein feinhaariger Pinsel. Marihuana ist keines im Joint. Das ist für den Wettbewerb verboten – nicht aber für den Siegerjoint, mit dem die Winti-Rollers (eben doch) ihren Sieg feiern.

Tobias Habegger (aus der Berner Zeitung)

Letztes Update ( Montag, 27 März 2006 )
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